Peiner Kaminabend: Drei mutige Visionen und eine energiegeladene Show
![]() Referent Volkmar Tetzlaff | |
![]() Referenten mit wito-Geschäftsführer Eckhardt |
Wenn sich Visionen einer langfristigen Energieversorgung mit einer energiegeladenen Show aus Artistik und Performance mischen, dann muss schon etwas Besonderes passiert sein. So geschehen beim traditionellen wito-Kaminabend, der 130 Unternehmer in die Gebläsehalle auf dem Ilseder Hüttengelände führte.
Wie werden wir künftig Energie gewinnen? Welche neuen Ansätze werden in der Wirtschaft diskutiert? Und wie will der größte Arbeitgeber in der Region, der Volkswagen-Konzern, in 20, 30 Jahren seine Fahrzeuge antreiben? Diese Fragen waren die wichtigsten Zutaten eines spannenden, weil wegweisenden Diskussionsabends, der moderiert von PAZ-Chefredakteur Jörg Schmidt drei zukunftsorientierte Redner zu bieten hatte: Holger Kinzel, Senior Account Manager bei der Weatherford Energy Services GmbH in Edemissen, Volkmar Tetzlaff, Geschäftsführer der Wolfsburger Tassa GmbH, und Professor Wolfgang Steiger, Leiter Zukunftstechnologien bei der Volkswagen AG.
Der Peiner Kaminabend will, so wito-Geschäftsführer Gunter Eckhardt, „regionale Ideen, Technologien und Unternehmenskonzepte vorstellen, die zum Nachahmen oder zum Nachdenken anregen“. Bei der Suche nach einer sicheren und zuverlässigen Energieversorgung richtete Holger Kinzel die Aufmerksamkeit auf die Erschließung gewaltiger Erdgasvolumen im Schiefergestein tief in der Erde. Er hofft, dass sich die Bemühungen der Energiewirtschaft, in die Förderung von Erdgasvorkommen zu investieren, langfristig bezahlt machen werden. Sollte das gelingen, „wären die Energiesorgen in Europa für eine lange Zeit gelöst“.
Volkmar Tetzlaff hat bereits eine Lösung gefunden. Und zwar dafür, wie man vor der eigenen Haustür dazu beiträgt, sich vom Energieproblem freizumachen. „Jeder kann sich seine Energie selbst machen. Punkt. Mehr gibt’s dazu eigentlich nicht zu sagen“, erzählte er und führte dann doch weiter aus, warum seiner Meinung nach die Vertikal-Windkraftanlagen aus dem Hause Tassa den Weg in eine neue Energiezukunft mitebnen. Die kleinen Windkraftanlegen für den Vorgarten liefern Strom für den Eigenverbrauch – zumindest in der norddeutschen Tiefebene, wo der Wind kräftig weht. Künftig werde es möglich sein, sein eigenes Elektromobil mit dem Strom von Zuhause zu betanken, so Volkmar Tetzlaffs Zukunftsszenario. Es gebe zwar noch keine elektrisch betriebenen Fahrzeuge am Markt, aber „das wird sich explosionsartig entwickeln“.
Wann es soweit sein wird? Wolfgang Steiger nahm den Pass gern auf und gab den Peiner Unternehmern einen tiefen Einblick in die Zukunftsstrategie von Volkswagen. „Wir müssen den Strom in den Tank kriegen“, lautet der klare Auftrag an die Automobilindustrie. Der Stufenplan der Nachhaltigkeit sieht vor, den Anteil der Elektromobilität in kleinen Schritten zu erhöhen. „Das wird ein langer Prozess.“ Insbesondere bezüglich des Preises. Allein die Batterie des Elektroautos würde dem Käufer zurzeit fast 30.000 Euro kosten. „Aber ich bin der festen Überzeugung, dass der Preis sinken wird“, so Wolfgang Steiger, „in zehn Jahren sehen wir uns wieder.“
Wiedersehen möchte man auch die Hannoveraner Künstler Alexander Loh und Svenja Dunkel, die während ihres Auftrittes in der Gebläsehalle viel Energie versprühten – der eine mit einer klasse Jongliernummer und die andere als leuchtender Schein in der abgedunkelten Gebläsehalle. Die Gäste fühlten sich von den beiden sehr gut unterhalten und rundum wohl in der Gebläsehalle, die als modernes Veranstaltungsgebäude von ihrer besten Seite gezeigt wurde. Gunter Eckhardt freute sich über einen „rundum gelungenen Kaminabend“.




